PIONIERE WIE DU

Drei Burschen, die sich als Möbeldesigner selbstständig machen. Ein Elektrohändler, der ÖNORMEN auf den Kopf stellt. Eine Juristin, die ihre eigenen Törtchen bäckt: Drei Wege über den Beruf zur eigentlichen Berufung.

Neben dem Ganztagsjob nächtelang in der Werkstatt über „schrägen“ Möbelentwürfen brüten, um sich dann gemeinsam selbstständig zu machen: Dreikant, ein Gespann von drei 25- bis 26-jährigen Tennengauern, hat sich diesen Traum erfüllt. Der Schauraum im Coloredo-Sudhaus am Halleiner Schifferplatz ist voll von ihren Tischen, Regalen und Sitzgelegenheiten, die weit weg vom rechten Winkel und glattem Mainstream stehen.

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NACHTSCHICHTEN IN DER WERKSTATT

Matthias Lienbacher ist Tischler, Stefan Rehrl Schweißermeister und Mario Siller Betriebswirt. Beste Freunde waren die drei schon in ihrer Schulzeit, die gemeinsame Selbstständigkeit von da an ein Wunschtraum. Dieser wurde erstmals Realität durch einen Couchtisch, den sie für das neue Wohnzimmer von Stefans Eltern bauten. Er ziert heute noch die Startseite der Dreikant-Website. In die Phase des Überlegens und Ausprobierens platzte der Auftrag für die Ladeneinrichtung der Genusskrämerei in Hallein. Es folgten Messen, Radio- und Fernsehbeiträge, die Auszeichnung „Salzburger Tisch“ der Tischlerinnung und der „Salzburger Regionalitätspreis 2017“. Neben der Mundpropaganda sorgten vor allem Facebook und Instagram für regelmäßige Nachtschichten in der Werkstatt am ehemaligen Bernhofer-Gelände in Golling.

Nach eineinhalb Jahren lassen die Handwerker ihr Angestelltendasein ganz hinter sich und können endlich die vielen Werkstattstunden von Feierabend und Wochenende in den Alltag verlegen. Getreu ihrem Motto „Wenn wir etwas machen, dann g’scheit.“

An Visionen mangelt es Dreikant nicht: Abgesehen von unverkennbaren Einzelstücken steht ihnen der Sinn nach Gesamtlösungen. Mit der Ladeneinrichtung für die Genusskrämerei ist eine Marschroute schon vorgegeben, irgendwann könnte es auch in Richtung neuartige Küchenlösungen gehen. Zu sehen gibt es die ungewöhnlichen Dreikant-Unikate seit kurzem auch in einem jüngst eröffneten Bikeshop in der Salzburger Imbergstraße. Sie sind der Beweis dafür, dass man mit einer gesunden Portion Pioniergeist und Tatkraft auch in Bereichen Fuß fassen kann, die wir längst in der Hand von multinationalen Konzernen wähnten.

dreikant.at

HEIZEN UM EINEN EURO

Vor 25 Jahren kannte man Harald Kuster wegen seines Elektrofachgeschäfts in Salzburg-Aigen. Heute ist der 57-jährige gelernte Kaufmann ein österreichweit gefragter Spezialist, wenn es um „Bauteilaktivierung“ geht. 2005 trat er mit dem kühnen Anspruch an, für die 3.000 Quadratmeter große Zentrale der Entwicklungszusammenarbeit Fairer Handel in Köstendorf eine Heizanlage zu planen, die mit einem Euro Heizkosten pro Jahr auskommt. Durch Niedrigenergiebauweise, großflächige Sonnenkollektoren an der Südseite und Betonkernaktivierung gelang das auch tatsächlich. Der Landesenergiepreis und der Energy Globe Austria waren die Folge.

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Bei Bauteilaktivierung geht es um massive Wände, Decken und Böden, welche die Räume je nach Bedarf mitwärmen oder -kühlen. Das funktioniert durch Rohrleitungen, in denen vorwiegend solar gewärmtes oder kaltes Wasser zirkuliert und so den zusätzlichen Energiebedarf im Haus reduziert.

Schon bei seiner Ausbildung zum Energieberater hinterfragte Harald Kuster die ÖNORM für die Dimensionierung von Heizungen. Heute kommen Häuser mit Bauteilaktivierung, die Harald Kuster mit seiner Frau Andrea konzipiert, mit einem Drittel des laut ÖNORM hochgerechneten Wärmeaufwandes aus. Das bestätigt das Monitoring, mit dem die Kuster Energielösungen GmbH jedes ihrer Projekte nach der Fertigstellung mindestens ein Jahr lang im Echtbetrieb begleitet.

Trotz der beeindruckenden Zahlen sind die Medien bis heute kaum auf Harald Kuster aufmerksam geworden. Allerdings hat ihn die Mundpropaganda weit gebracht: vom Lehrling im Eisenwarenhandel bis zu einem österreichweit gefragten Fachmann für thermische Bauteilaktivierung. Derzeit arbeitet er an einem Projekt von Infrastrukturministerium und Zementindustrie in Wien mit. Es geht darum, überschüssige Windenergie in Form von Bauteilaktivierung für einen späteren Zeitpunkt zu speichern. Beim aktuellen Projekt gelingt das zu 80 Prozent.

kuster.co.at

ZUCKERBROT UND PARAGRAFEN

Mit anderen „Elementen“ beschäftigt sich die Salzburgerin Andrea Isabelle Streitwieser in ihrer „Cake Couture“ in der Steingasse. Ihre Leidenschaft sind Cakepops, Lollis, Cupcakes, Pralinen, Cookies und eine prächtige mehrstöckige Torte im Mittelpunkt. Der Trend zu solch perfekt inszenierten Kuchenbuffets kommt aus Amerika und hat sofort das Herz der widdergeborenen Powerfrau erfasst. Dabei hat sie vor vier Jahren ihre Anwaltsprüfung mit „sehr gut“ bestanden.

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Sozusagen als Zuckerguss legte sie die Prüfung zur Konditormeisterin drauf und verlegte ihr Hauptaugenmerk von Akten und Schreibtischen auf „Sweet Tables“. Dabei geht es nicht nur um das Backen köstlicher Kuchen und Desserts. Es müssen auch Tische und Aufbauten gestrichen, Tischdecken gefärbt, Bänder und Accessoires im passenden Ton organisiert werden. Viel Aufwand also, für den die 35-jährige Perfektionistin mit ihren beiden Mitarbeiterinnen pro Auftrag mindestens 40 Arbeitsstunden einplant.

Was die „studierte Konditorin“ mit ihren Sweet Tables auslöste, war nicht vorhersehbar. Ihre Auftragsbücher sind bis in den Herbst 2018 mit Hochzeiten, Taufen und Geburtstagsfeiern in Österreich und Deutschland gefüllt. Sie gewann den Salzburger Handwerkspreis und mehrmals den „Austrian Wedding Award“. Weil niemand im deutschsprachigen Raum Ähnliches anbietet, wurde im vergangenen Jahr ein bekannter deutscher Ratgeberverlag auf sie aufmerksam und brachte ihre Kreationen in Buchform. Ein zweites Buch hat sie bereits im Hinterkopf. Torten, Zuckerblumen, Pralinen, Cakepops, Macarons und Cupcakes können Interessierte aber auch mit ihrer persönlichen Unterstützung bis zur Perfektion bringen. In der Cake-Couture-Backstube in der Salzburger Steingasse bietet sie regelmäßig Kurse an.

cakecouture.at

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