KRAFTWERK St. Johann im Pongau

Das Kraftwerk St. Johann im Pongau ist das südlichste der Kraftwerkskette Mittlere Salzach. Gebaut wurde es als dritte Gemeinschaftsanlage in den Jahren 1988 bis 1990.

Am südwestlichen Rand der Pongauer Bezirkshauptstadt, zwischen Alpendorf- und Liechtensteinklammstraße, liegt das Kraftwerk St. Johann im Pongau. Die Wehranlage und das Kraftwerksgebäude konnten im Trockenen errichtet werden. So wie alle Kraftwerke an der Mittleren Salzach hat die Anlage drei Wehrfelder mit Segmentschützen und aufgesetzten Klappen. Das Wasser treibt zwei horizontale Kaplan-Rohrturbinen mit Drehstromgeneratoren an.

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Wenig Eingriff in die Natur

Die horizontale Anordnung der technischen Teile wurde gewählt, um das Krafthaus gut in die Landschaft integrieren zu können. Im 1,8 Kilometer langen Rückstauraum verzichtete man zum Großteil auf den Bau von Dämmen, sondern erhöhte die Ufer durch Aufschütten des Geländes. Im obersten Drittel des Rückstauraumes blieb das Salzachbett zur Gänze in seinem ursprünglichen Zustand. Der rund 2,1 Kilometer lange Flussbereich unterhalb der Wehranlage wurde der vorhandenen Uferverbauung im Ortsgebiet von St. Johann im Pongau angepasst. 2011 baute die Salzburg AG Buhnen schräg zur Flussrichtung ins Flussbett ein. Zwischen den einzelnen Buhnen entstehen ökologisch hochwertige Seichtgewässer, die vor allem kleinen Wasserlebewesen Lebensraum bieten. Die naturnahe Fischwanderhilfe am rechten Ufer wurde gleichzeitig auf den neuesten Stand gebracht.

Die Berücksichtigung der berechtigten ökologischen Interessen, die nachhaltige Rekultivierung und umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen sind heute Standard beim Kraftwerksbau. Beim Neu- und Umbau von Wasserkraftwerken arbeitet die Salzburg AG eng mit Experten für Raumplanung, Landschafts- und Naturschutz zusammen. Angesichts der über Jahrhunderte veränderten Salzach bieten sich Kraftwerksbauten auch an, um ökologische Verbesserungen umzusetzen. Ein besonders positives Beispiel dafür ist die Ökofläche beim Kraftwerk Kreuzbergmaut, auf der sich 20 Jahre nach ihrem entstehen eine Vielzahl ansonsten bedrohter Pflanzen und Tieren angesiedelt hat. Zudem bringt jeder Um- und Neubau von Kraftwerken auch wichtige Investitionen für die Region und oftmals kann der Hochwasserschutz verbessert werden.

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