KRAFTWERK KREUZBERG- MAUT

Das Kraftwerk Kreuzbergmaut wurde 1995 fertiggestellt. Es liegt zwischen Bischofshofen und Pfarrwerfen und ist heute eine ökologische Vorzeigeanlage.

Die Anlage liegt etwa vier Kilometer flussaufwärts vom Kraftwerk Werfen/Pfarrwerfen Richtung Bischofshofen an der Salzach-Engstelle, wo der Fritzbach in die Salzach mündet. Der Bau wurde mit anderen Bauvorhaben an diesem Standort abgestimmt. Vor allem die Verlegung der Westbahnstrecke der Österreichischen Bundesbahnen spielte eine entscheidende Rolle. Vor dem Baubeginn musste ein Umleitungsgerinne für die Salzach geschaffen werden. Der oberhalb der Baustelle in die Salzach einmündende Fritzbach wurde 500 Meter flussabwärts in das Unterwasser umgeleitet und zu einer natürlichen Fischwanderhilfe ausgebaut. 2014 wurde an der Fritzbachmündung das Krafthaus des neuen Kraftwerks Fritzbach errichtet.

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Natursteine & Rundbögen

Wehranlage und Kraftwerksgebäude sind wie bei allen anderen Gemeinschaftskraftwerken ausgeführt. Die Wehranlage besitzt drei jeweils zehn Meter breite Felder. Optisch hebt sich der Bau von den anderen Kraftwerken an der Mittleren Salzach deutlich ab. Er wurde von den Salzburger Architekten Gerhard Garstenauer und Gerhard Cziharz geplant. Gegen das Unterwasser ist die Fassade schräg geneigt und mit Natursteinen in der Art eines Bruchstein-Mauerwerks verkleidet.

Die Uferbereiche beim Kraftwerk Kreuzbergmaut sind mit standorttypischen Hölzern bepflanzt. Herzstück der ökologischen Begleitplanung ist die zwölf Hektar große „Ökofläche Kreuzbergfeld“ am rechten Ufer des etwa 2,7 Kilometer langen Rückstauraumes. Sie wird von einem 1,5 Kilometer langen Begleitbach durchzogen, der für die Fischwanderung – vor allem von Forellen und Äschen – wichtig ist. Seine Wasserführung wurde den natürlichen Schwankungen der Jahreszeiten angepasst.

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60 PROZENT MEHR VOGELARTEN

Die Ökofläche mit Amphibien-Laichgewässern, Seichtwasserzonen und Kiesbänken hat sich zu einem ständigen Lebensraum für die salzachtypische Fauna und Flora entwickelt. Durch die neue Gewässerlandschaft sind Lebensräume für Stockente, Teichhuhn, Blässhuhn, Teichrohrsänger und Sumpfrohrsänger entstanden. Geschützte und stark gefährdete Frösche, Kröten und Kriechtiere haben neue Lebensräume bezogen.

Eine mehrjährige wissenschaftliche Untersuchung des Ökoinstituts Salzburg stellte zehn Jahre nach Einrichtung der Ökofläche eine überdurchschnittliche Zunahme von bedrohten Pflanzen und Tierarten fest: Die Anzahl von Rote-Liste-Pflanzenarten stieg von zwei vor dem Kraftwerksbau auf 24. Die Zahl der Vogelarten nahm innerhalb von zehn Jahren um 60 Prozent zu, die der Vogelbrutplätze um das Vierfache. Auch seltene und gefährdete Vogelarten wie Eisvogel, Zwergtaucher, Krick-, Knäck-, Löffel- und Pfeifente sowie Wasserralle, Flussregenpfeifer und Flussuferläufer sind seither zu beobachten.

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