KRAFTWERK BISCHOFSHOFEN

In Bischofshofen wurde zwischen 1982 und 1984 das erste von fünf Gemeinschaftskraftwerken mit der Verbund Hydro Power GmbH an der Mittleren Salzach gebaut. Im Ortsteil Grasslau, ein Stück unterhalb der Salzachbrücke für die Hochkönig-Bundesstraße, liegt das Salzachkraftwerk Bischofshofen. Das Kraftwerksgebäude entstand in einer großen Baugrube neben dem Salzachbett. Danach wurde die Salzach zurückgeleitet. 

Im Krafthaus stehen zwei Kaplan-Rohrturbinen und zwei Drehstromgeneratoren. Die horizontale Anordnung der Maschinensätze ermöglichte eine niedrige Bauweise, wodurch sich das Gebäude gut in die Landschaft einfügt. Die Wehranlage besteht aus drei jeweils zehn Meter breiten Feldern mit Drucksegmenten und aufgesetzter Stauklappe. In den Jahren 2004 bis 2005 wurde die gesamte Leittechnik des Werks und die Rechnerausstattung erneuert.

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Schnellstrasse und Uferlinie

Das Kraftwerk Bischofshofen wurde gleichzeitig mit der Pinzgauer Schnellstraße S11 und dem Abwasservorhaben Salzach-Pongau gebaut. Im etwa 2,8 Kilometer langen Rückstauraum mussten der Straßenverlauf und die neue Uferlinie einander angepasst werden. Es entstanden Seichtwasserzonen und Laichplätze für Fische. 2009 wurden am Kraftwerk Bischofshofen Buhnen eingebaut. Das sind Steinquerbauten schräg zur Fließrichtung, die den Flussquerschnitt einengen, die Fließgeschwindigkeit erhöhen und somit die Hochwassersicherheit durch Verhindern von Verlandung erhöhen. Nach guten Erfahrungen damit in Bischofshofen wurden auch in den Kraftwerken in St. Johann, Urreiting und Kreuzbergmaut Buhnen eingebaut.

Für die Ökologie eines Gewässers ist es wichtig, dass Fische und Kleinlebewesen ungehindert wandern können. Bereits vor 30 Jahren wurde darum beim Bau des Kraftwerks ein naturnahes Umgehungsgerinne angelegt. Das Wissen darüber, was die einzelnen Fischarten benötigen und bevorzugen, hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Deshalb wurde der kleine Bach 2015 durch eine Fischwanderhilfen nach neuen Standards ersetzt. Dabei orientiert sich die Beckengröße am Huchen, der größten heimischen Fischart. Für schwimmschwache Arten, wie die Koppe, ist der Übergang zwischen den Becken stufenlos gestaltet.

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