KILOMETER MACHEN FÜR DIE UMWELT

Laut aktuellen Umfragen könnte schon bald jeder zweite Österreicher ein Elektroauto besitzen. Und jede Salzburger Gemeinde ihre eigene Stromtankstelle.

Seit zwei Jahren ist der Elektromotor der beliebteste alternative Antrieb in Österreich und hat in der Zulassungsstatistik das Erdgasauto überholt. Laut einer aktuellen Studie tragen sich 49 Prozent der Österreicher mit dem Gedanken, sich irgendwann ein E-Auto anzuschaffen. Für jeden sechsten soll bereits das nächste Auto eines mit Elektroantrieb sein.

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E-MOBILITÄT

2017 hat die Elektromobilität einen neuen Schub bekommen. Seit März dieses Jahres wird der Kauf von reinen Elektrofahrzeugen gefördert: mit 4.000 Euro für Private, 3.000 Euro für Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine (bei Plug-in-Hybriden jeweils 1.500 Euro). In Summe stellt der Bund 48 Millionen Euro für E-Autos zur Verfügung.

Was derzeit für viele noch gegen ein E-Auto spricht: Neben dem Anschaffungspreis (81 Prozent) sind das die vermeintlich geringe Reichweite (78 Prozent) und die ebenso vermeintlich geringe Verfügbarkeit von Elektrotankstellen (76 Prozent). Vermeintlich deshalb, weil E-Autos mit modernen Lithium-Ionen-Akkus bereits über 500 Kilometer Reichweite erzielen. Und weil vor allem die Elektromobilität-Modellregion Salzburg schon heute gut mit E-Tankstellen versorgt ist.

Ohne Ladestationen keine Elektroautos und ohne Elektroautos keine Ladestationen. Was baut man also zuerst, Ladestationen oder Elektroautos? Dieses „Henne-Ei-Problem“ hat die Salzburg AG entschieden und in den vergangenen Jahren 60 öffentliche Ladestationen im Bundesland geschaffen, lange bevor in der Automobilbranche der Trend gegriffen hat.

Das Tankverhalten ist bei einem E-Auto ganz anders als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Nämlich viel eher wie bei einem Handy: Steht das Auto, hängt es an der Ladestation. Das ist zu 90 Prozent zuhause der Fall, wenn das Auto in der Garage parkt – auch in der Arbeit oder etwa beim Einkaufen.

Im Rahmen der Partnerschaftsvereinbarung zur Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 bietet die Salzburg AG in Kooperation mit dem Land Salzburg allen 119 Salzburger Gemeinden die Errichtung einer öffentlichen Ladestation an. Finanziert soll das zu je einem Drittel von Salzburg AG, Land Salzburg und der jeweiligen Gemeinde werden. Über 40 Salzburger Gemeinden haben bereits konkretes Interesse bekundet.

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Auch rund 300 private und gewerbliche Ladestationen gehen auf das Konto des Landesenergieversorgers. Mit steigendem Bedarf, wie Erwin Rieger vom Weinloft Rieger in Salzburg bestätigt: „Die Elektromobilität wird sich stark entwickeln, nachdem die Autoindustrie endlich mit innovativen Modellen dabei ist. Und auch für Unternehmer wird nachhaltiges Handeln immer wichtiger.“ Zwei neue E-Autos wurden im Frühling für das Weinloft Rieger angeschafft und gleich auch zwei Ladeboxen dazu. Viele von Erwin Riegers Kunden lassen sich nämlich angesichts von 1.400 europäischen Weinen, Schaumweinen, Olivenölen und italienischem Espresso im Sortiment beim Einkaufen viel Zeit und könnten dann ihr E-Auto in der Zwischenzeit aufladen.

Derzeit sind in Österreich rund 10.000 Elektroautos auf den Straßen unterwegs. In Norwegen – dem E-Mobilitätsland schlechthin – sind es bereits 100.000. Das Auto zum Anstecken wird aber auch hierzulande seinen Weg machen. Der Großteil der öffentlichen Ladestationen in Salzburg hat eine Kapazität von 22 Kilowatt und lädt E-Autos innerhalb von ein bis zwei Stunden komplett auf. Für jemanden, der Langstrecken fährt und das Auto nicht in den Stehzeiten laden kann, dauert das eindeutig zu lange. Hier sind Ladestationen wichtig, an denen Akkus innerhalb einer Kaffeepause von 15 bis 30 Minuten voll sind. Im Bundesland Salzburg gibt es bereits sechs solche Schnell-Ladestationen an viel befahrenen Durchgangsstraßen: an der Autobahnausfahrt Wals/Flughafen, in Salzburg-Itzling, in St. Johann im Pongau, in Altenmarkt, in Zell am See und in Wald im Pinzgau.

  • Check der Elektroinstallation im Haus auf Tauglichkeit für eine Ladestation durch Experten der Salzburg AG (150 Euro). Bei Installation einer Ladestation der Salzburg AG wird die Gebühr zur Gänze gutgeschrieben. Auch wie eine PV-Anlage zum Laden eingebunden werden kann, wird dabei geklärt.
  • Basis-Box für die private Garage oder den Stellplatz zuhause.
  • Profi-Box für Kunden, Besucher oder Mitarbeiter. Ladevorgang nur mit Ladekarte.
  • Öffentliche Ladestation mit 22 Kilowatt und bis zwei Stunden beschleunigter Ladezeit für zwei Autos gleichzeitig.
  • Öffentliche Schnell-Ladestation mit 50 Kilowatt und 15 bis 30 Minuten Ladezeit.
  • Infos: 0800/660 660