HEIZTIPPS FÜR DEN HERBST

Soll man an warmen Herbsttagen die Heizung ausschalten und wie spart man im Winter Heizkosten? Energieberater Hermann Grießner hat die Antworten.

  • Heizkörper entlüften verbessert die Wasserzirkulation.
  • Lüften ist wichtig für Wohnklima und Wohlbefinden. Dauerlüften vermeiden.
  • Fenster von Kellerräumen nur an kalten, trockenen Tagen öffnen.
Energieberater Hermann Grießner, Heizungsentlüftung, Salzburg AG, Plainfeld, 20121408, (c) Foto: wildbild

Interview mit Hermann Grießner

Ist mit dem Einschalten der Heizanlage die Vorbereitung auf die Heizsaison erledigt?

Hermann Grießner: Nach den ersten Heiztagen sollten auch die Heizkörper entlüftet werden. Das sorgt für eine optimale Wasserzirkulation. Befreien Sie die Oberfläche und Zwischenräume der Heizkörper von Staub, das verbessert die Luftzirkulation.

Kann ich sonst noch für die Heizperiode sparen?

Hermann Grießner: Überprüfen Sie die Dichtungen der Fenster auf Mängel. Tauschen Sie diese bei Bedarf aus. Vermeiden Sie Zugluft und schließen Sie Türen zum Stiegenhaus, Keller und anderen unbeheizten Räumen. Achten Sie darauf, dass Heizkörper nicht durch Vorhänge oder Möbel verdeckt werden. Ein Wärmestau reduziert die Heizleistung. 

Im Herbst schwanken die Temperaturen stark im Laufe des Tages. Soll ich an warmen Tagen die Heizung ganz ausschalten?

Hermann Grießner: Am besten die Heizung einfach absenken. Ich rate davon ab, das System vollständig auszuschalten, da das Aufheizen mehr Energie kostet als der Minimalbetrieb. Wenn man tagsüber außer Haus ist, kann man auf 15 Grad Celsius absenken. Bei längerer Abwesenheit ist die Frostschutzposition von 12 Grad Celsius wichtig. Besonders praktisch sind Thermostate. Sie helfen Ihnen bei der Temperaturregelung der Heizkörper.

Welche Raumtemperatur ist grundsätzlich empfehlenswert?

Hermann Grießner: Zu warm schläft es sich bekanntlich schlecht, darum ist eine Temperatur von 17 Grad Celsius für Schlafräume ausreichend. Wohnräume wie Esszimmer, Wohnzimmer und Kinderzimmer sind mit etwa 20 Grad Celsius ideal temperiert. Bedenken Sie: Jedes Plusgrad mehr bedeutet sechs Prozent mehr Energieverbrauch.

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Muss ich beim Lüften im Herbst etwas beachten?

Hermann Grießner: Lüften ist wichtig, um Räume mit Frischluft zu versorgen und die Luftfeuchtigkeit gering zu halten. In der kalten Jahreszeit wird durch regelmäßiges Lüften die verbrauchte und feuchte Innenraumluft durch kalte und trockene Luft von außen ausgetauscht. Drehen Sie dazu die Heizkörper ab und öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für drei bis fünf Minuten vollständig. Nur Kippen ist ineffizient, gewährleistet keinen kompletten Luftaustausch und verbraucht unnötig viel Energie.

Wie belüfte ich die Kellerräume richtig?

Hermann Grießner: Am besten lüften Sie den Keller im Winter an kalten, trockenen Tagen, sodass die wärmere Luft der Kellerräume nach außen abziehen kann. Auch hier gilt: Fenster vollständig öffnen und stoßlüften. An feuchtwarmen Tagen sollten die Kellerfenster grundsätzlich geschlossen bleiben. Die Feuchtigkeit würde ansonsten in den Keller eindringen und sich an den Wänden niederlassen – der Keller „schwitzt“. Das Kondensat fördert die Schimmelbildung.