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Heimische Vielfalt im Garten

Naturgartenexperte Markus Burkhard zeigt uns wie man Artenreichtum zurück in seinen eigenen Garten bringt. 

"Wir sind gerade dabei, jegliche Vielfalt, Lebendigkeit und Natürlichkeit nicht nur aus unseren Landschaften sondern auch unseren Gärten zu radieren. Ist sie erstmal aus diesen verschwunden, verschwindet sie auch aus unserem Gedächtnis. Mit relativ geringem Aufwand kann jedoch schon unglaublich viel bewirkt werden. Oft reicht es schon aus, gewisse Dinge wieder zuzulassen und wachsen zu lassen."

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Das Garten Must-have



Wertvoll für Insekten und Menschen 
Auf den Baum kraxeln, rundherum fangen spielen oder hin und wieder mal eine frische Frucht stibitzen. Bei Vielen werden solche Kindheitserinnerungen bei Obstbäumen geweckt. Die Vielfältigkeit der Bäume bietet uns nicht nur schöne Erinnerungen und wunderbare und prachtvolle Blüten, sondern auch herausragende Pollen- und Nektarwerte, welche wichtig für das Überleben von Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. sind. 

Durch die Befruchtung der Bäume durch Insekten können wir im Herbst saftige Früchte pflücken und einen schönen Garten genießen. Jedoch lieben auch Schmetterlinge die Vielfalt an Obstbäumen, diese dienen für sie als Unterkunft ihrer Larven, die sich dort entwickeln können und dann auch gerne das Fallobst verzehren. 

Obstbäume wirken bis ins hohe Alter
Wenn das Leben eines Baumes zu Ende geht, wird dieser auch noch weiter von Insekten genutzt. Käfer nisten in den offenen Nischen und Wildbienen bauen ihre Nester. Ein wahrer Kosmos an Leben, der den ganzen Lebenszyklus eines Baumes übersteht. 

EINFACH ZULASSEN UND WACHSEN LASSEN



Pflanzen Raum zum Gedeihen bieten
Die Vielfalt und der Artenreichtum verschwindet rasant aus unseren Gärten. Das Verlorengehen von geeigneten Lebensräumen hat verschiedenste Ursachen, die wir leider nur wenig beeinflussen können. Unsere Bienen, Hummeln und Schmetterlinge benötigen unterschiedliche, speziell heimische, Pflanzen zur Nektaraufnahme und Pollenverbreitung. Um mit relativ geringem Aufwand etwas positives zu bewirken, kann man bereits im eigenen Garten ansetzen. Unser Tipp: Pflanzen und Unkräuter nicht immer sofort entfernen, sondern einfach wachsen lassen. 

Viele heimische Pflanzen werden von uns als Unkraut wahrgenommen. Gerade bei diesem Thema ist Umdenken angesagt, denn viele davon sind wertvolle und abwechslungsreiche Bienen-, Hummel- und Schmetterlingspflanzen.  

Zum Beispiel:

  • Löwenzahn
  • Vergissmeinnicht (auch für uns verzehrbar)
  • Ehrenbreis (hohe Nektar- und Pollenwerte)
  • Günsel (auch für Menschen eine wertvolle Nahrungsquelle)
  • Taub- oder Goldnessel (auch für uns essbar)

Ein Meer an Blüten
Nicht nur die Blumenarten sondern auch die Anzahl der unterschiedlichen Blüten macht es für Insekten spannend Ihren Garten zu besuchen. Denn die Masse erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass für Bienen und Co. das ganze Jahr über Nahrung zur Verfügung steht. Wie wir Menschen, haben auch unterschiedliche Insekten verschiedene Ansprüche und lieben Vielfalt.

Tipps für den Balkon

 

 

Tricks beim Blumentröge vorbereiten 
Damit kein Schmutz auf die Terrasse oder den unteren Balkon fällt, kann eine Lage Vlies als unterste Schicht in den Blumentrog gelegt werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass Wasser die Möglichkeit hat abzulaufen. Kiesel und kleine Steine dienen als Drainage im Blumentopf.

Selbstgemischte Erde
Der ideale Mix für das Balkonkisterl besteht aus einer Hälfte Kompost, Sand und etwas angerotteter Rinde. Mehr dazu im Video!

Hat man jedoch nicht die Möglichkeit seine Erde so selbst zu mischen, dann kann auch auf fertige Substrate gesetzt werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass kein Torf beinhaltet ist. Tipp hier: Trogsubstrat oder Intensivsubstrat verwenden

 

Her mit heimischen Pflanzen  
Wenn es dann darum geht die Töpfe mit Leben zu füllen, dann sollte man auch hier auf österreichische Ware setzen. Je nach Standort können Sie dann die richtigen heimischen Pflanzen einsetzen.

Unkomplizierte und mehrjährige Pflanzen, für sonnige und heiße Standorte:

  • Thymian
  • Flockenblume
  • Skabiose
  • Wiesensalbei (blüht von Mai bis in den August und ist eine Top Schmetterlingspflanze)
  • Prachtnelke
  • Zypressen Wolfsmilch (hier niesten ganz spezielle Schmetterlinge)

Bei ganz heißen Bereichen empfiehlt sich auch noch eine Mulchschicht über die Erde zu geben, hier passt auch Sand super. Jetzt nur noch gießen und die Pflanzen sind bereit zum Wachsen und Bienen und Co. anzulocken.