Grill den Winter

Martinigansl, Bratäpfel, Burger und Steaks: Dafür wird immer öfter auch im Winter der Grill angeworfen. Worauf es dabei ankommt, weiß das BBQ Knockstone Competition Team. Es steht seit rund drei Jahren für Grillmeisterschaften und Workshops am Bratrost. Roland Pirker ist der unangefochtene Kreativchef. Der gelernte Koch und Bäcker war jahrelang Patissier am Arlberg. Marco Holzner und Peter Klinger steuern als Maschinentechniker die Präzision bei, die es für die europaweiten Grillbewerbe braucht. Von ihnen und unseren Energieberatern hier ein paar Tipps, damit die Freude am Wintergrillen nicht gleich wieder abkühlt.

 

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1. Warm anziehen

Warme Kleidung ist beim Grillen im Winter Pflicht. Sie muss allerdings wegen der Brandgefahr anliegend sein. An einem sicheren Aufstellort sind zusätzlich Infrarotstrahler oder Feuerschalen sinnvoll. Dort können die Gäste „vorglühen“ und an den Feuerschalen Stockbrot oder kleine Erdäpfel grillen.

2. Macht Platz

Der Boden des Grillplatzes muss schnee- und eisfrei sein. Ideal sind Mauernischen und überdachte Terrassen, auf denen Grill und Meister vor Wind und Wetter geschützt sind. Wichtig ist außerdem eine gute Beleuchtung, da es im Winter rasch dunkel wird. Tipp für den Grillchef: Eine Stirnlampe hilft zusätzlich beim Inspizieren des Grillguts.

3. Kurze Wege

Die Nähe zum Haus gibt den Gästen die Möglichkeit, sich zwischendurch drinnen aufzuwärmen. Dem Grillchef erleichtert sie die Arbeit. Denn alles, was nicht sofort gebraucht wird, sollte man so lange wie möglich im Haus lassen, also auch Teller und Platten. Will man im Freien essen, die Teller am besten im Backofen oder in der Mikrowelle vorwärmen.

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4. Heißes Eisen

Welches Grillgerät ist ideal? Wer einen Holzkohlegrill hat, sollte unbedingt zu Briketts greifen, weil diese die Hitze länger halten.

Wirklich konstant bleibt die Temperatur nur mit einem Gas- oder Elektrogrill. Die Knockstones Roland und Marco sind von den Elektrogrillern der neuesten Generation überzeugt: „Die haben zwei verschiedene Temperaturzonen. Über eine Grill-App kann man sich Zubereitungstipps aufs Handy holen und anpiepsen lassen, wenn das Fleisch gewendet werden soll oder die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist.“

Wichtig: Die Stecker des Elektrogrills auf keinen Fall der Feuchtigkeit aussetzen. Sind Verlängerungskabel nötig, immer komplett von der Rolle abrollen und auslegen, damit das Kabel nicht überhitzt.

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5. Deckel zu

Winterliche Außentemperaturen wirken sich in erster Linie auf Grilltemperatur und Grillzeit aus. Ohne Deckel geht im Winter gar nichts. Roland Pirker: „Bei jedem Anheben des Deckels verlängert sich die Grillzeit bei einem großen Stück Fleisch um eine halbe bis eine dreiviertel Stunde.“ Also nur öffnen, wenn unbedingt erforderlich, und mit einem digitalen Kerntemperaturmesser arbeiten.

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6. Grillt, was ihr wollt

Gut geeignet ist Kurzgegrilltes wie Burger, Steaks oder Würstchen. Für echte Profis wie die Knockstones sind aber auch große Braten, Enten oder Martinigansl kein Problem. Bringt man das Fleisch vor dem Grillen auf Raumtemperatur, wird es schneller und gleichmäßig gar.

Ein Tipp von Roland Pirker: „Kräuter und Gewürze gibt man erst nach dem Grillen zum Fleisch. Vor allem Pfeffer wird bitter, wenn er verbrennt.“ Bei den Beilagen verzichtet man im Winter besser auf Salate und setzt auf Kartoffeln, Maiskolben, Kartoffelknödel oder Rotkraut.

Süßer Tipp von den Knockstones: Auch Winterdesserts wie Scheiterhaufen, Kaiserschmarren und Cheesecake gelingen am Grill gut. Mehr Tipps holt man sich am besten bei einem der Workshops, welche die Knockstones ab zwölf Teilnehmern auf die Beine stellen.

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Rezept: DRY AGED TOMAHAWK STEAK

Steak: Fleischstück auf eine Kerntemperatur von ca. 50 °C vorwärmen (Backrohr oder indirekt am Grill). Griller auf maximale Temperatur bringen. Steak auf beiden Seiten gleichmäßig bis zu einer Kerntemperatur von 56–58 °C „branden“ (entspricht Medium Rare). Danach nur mehr mit Salz und Pfeffer würzen.

Fächerkartoffeln: Gewaschene, ungeschälte Kartoffeln zwischen 2 Kochlöffelstielen auf einem Schneidebrett platzieren und alle 2–3 mm einschneiden. Bei indirekter Hitze (ca. 180 °C) am Griller 35–40 Minuten garen lassen. Danach den entstandenen Fächer mit Cheddar füllen und weitere 10 Minuten in den Grill geben.

Guten Appetit.