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Echtzeit am Start

Der Salzburgring wird zum Mobilitätszentrum.

E-Mobilität und vor allem autonomes Fahren kommen mit der Digitalisierung auf Touren. Der Salzburgring als historische Rennstrecke wird mit 5G zu einem modernen Mobilitätszentrum.

Non-Profit-Organisationen wie „Fridays for Future“ nutzen Social-Media-Kanäle, um ihre Anhänger zu mobilisieren. Manager setzen seit der Coronakrise immer öfter auf Videokonferenzen und sparen damit Zeit, Flugmeilen und Emissionen. Routenplaner helfen Autofahrern, die kürzesten Strecken herauszufinden, Staus und unnötige Umwege zu vermeiden. Das sind nur drei Beispiele, wie sehr die Digitalisierung im Alltag heute schon unser Mobilitätsverhalten beeinflusst.

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Ohne Aufwand Digital

Mit zunehmender Digitalisierung könnte der Verkehr noch viel nachhaltiger werden, man denke nur an „intelligente“ Ampelregelungen, das Parkplatzmanagement oder Fahrgemeinschaften, die sich digital ganz ohne Aufwand organisieren lassen. Und an das autonome Fahren, das in absehbarer Zeit Realität sein soll. Alles das funktioniert aber nur, wenn die Autos miteinander in Echtzeit kommunizieren können.

 

5G-Playground & E-Teststrecke


 

5G ist der nötige Mobilfunkstandard dafür und könnte gleichzeitig ein Wegbereiter für eine „grüne Digitalisierung“ werden. Am Salzburgring rüstet man sich bereits dafür. Geschäftsführer Ernst Penninger: „Das Hauptaugenmerk wird am Salzburgring als historischer Rennstrecke mit Sicherheit auch in Zukunft auf dem Rennsport liegen. Aber dieser wird sich so verändern, wie sich auch die Mobilität des Menschen insgesamt verändert, nämlich in Richtung Nachhaltigkeit. Ein Hauptaugenmerk des Salzburgrings liegt deshalb auch in der Nachwuchsarbeit, in Trainings und Coachings zum Thema Fahrsicherheit, in der Forschung und Entwicklung.“

Ein Beispiel dafür ist die E-Mobilität. Der Salzburgring ist die erste Rennstrecke Europas mit einer kompletten E-Ladeinfrastruktur, auf der Fahrzeughersteller E-Autos oder auch E-Rennwagen testen können.

Ein weiteres Zukunftsszenario entsteht am Salzburgring bis Ende 2020: Wir realisieren ein so genanntes 5G-Campusnetz. Dabei geht es um ein auf die Rennstrecke beschränktes Funknetz mit bis zu zehn Mal schnelleren Datenraten, als der derzeitige Mobilfunkstandard bereitstellen kann. Damit werden mobile Video-, Audio- und Daten-Streams nahezu in Echtzeit möglich. Der Münchener Telekomausrüster Smart Mobile Labs liefert die dafür notwendige Videotechnik. Das 5G-Netz deckt nur das definierte Gelände ab, die Siedlungen um den Salzburgring sind nicht davon betroffen. Und es ist auch nicht von außen zugänglich.

 

Echt Jetzt?


 

Peter Eichinger ist Leiter unserer Netze Telekom und meint, dass folgendes mit 5G möglich ist: 

  • Videosignale aus dem Cockpit eines Fahrers, von Streckenposten oder Einsatzkräften können mit einer minimalen Verzögerung übertragen werden.
  • Fahrlehrer, Sicherheitsbeauftragte, VIP-Gäste und Race Control bekommen so zusätzliche Bilder und wichtige Fahrzeugdaten in Echtzeit geliefert.
  • Mit dieser Technologie wird man auch Fahrzeuge von außerhalb kontrollieren und steuern können, was ein entscheidender Schritt in Richtung autonomes Fahren ist.

Ernst Penninger ergänzt dazu: „Damit haben wir am Salzburgring ein Alleinstellungsmerkmal und decken für die Autobranche höchste Ansprüche in puncto Forschung und Entwicklung ab. Nur so können wir Arbeitsplätze sichern und gleichzeitig die Klimaziele vorantreiben.“

Bei uns sieht man das Campusnetz auf dem Salzburgring außerdem als „Spielwiese“, mit der Besucher aus ganz anderen Bereichen für die Thematik sensibilisiert werden könnten. Peter Eichinger meint, dass für Festivals solche 5G-Videoapplikationen auch interessant sind, etwa um die Festivalleitung in Echtzeit mit Informationen zu versorgen: Wie laufen die Besucherströme, was passiert auf der Mainstage, wie schaut es an den Verpflegungspunkten aus? 5G-Campusse sind nicht nur für Events und Sportveranstaltungen interessant, sondern für viele Industrie-, Produktions- und Lagerbereiche. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen bis hin zu sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen. 

 

SO FUNKTIONIERT EIN 5G-CAMPUSNETZ



5G ist ein neuer Mobilfunk-Standard, der hohe Bandbreiten, kurze Latenzzeiten, hohe Datensicherheit und Verlässlichkeit vereint. Es macht automatisierte Prozesse und autonome Abläufe möglich und eine flächendeckende Breitbandversorgung im Bundesland – auch in schwer zugänglichen Regionen: Mehr dazu hier.

Echtzeit ist der Schlüsselbegriff, der 5G vom Vorgänger 4G unterscheidet. Campusnetze mit WLAN gibt es heute bereits in der Autoindustrie. Mit der voranschreitenden Digitalisierung wächst auch die Zahl an vernetzten Maschinen und Anwendungen weiter an. Dafür wird ein verlässlicher Datenverkehr nahezu in Echtzeit benötigt, wie ihn 5G bereitstellen kann.

Campusnetze sind geschlossene Funknetze, die ausschließlich auf ein bestimmtes Areal, eine Sportstätte, ein Gelände, eine Veranstaltungshalle, ein Bürohaus oder eine Lagerhalle beschränkt sind. Sie werden speziell für die jeweiligen Anforderungen konzipiert.