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Blumenwiese richtig anlegen

23.06.2020

Naturgartenexperte Markus Burkhard zeigt Ihnen wie Sie in Ihrem Garten eine Wildblumenwiese anlegen. Außerdem ist es schon mit wenigen Handgriffen möglich, eine Nisthilfe für Wildbienen zu bauen. Wie das geht, zeigen wir Ihnen hier.

 

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Alle Infos im Video

Die Blumenwiese

Eine typische Blumenwiese gibt es nicht. Je nach Standort entwickeln sich unterschiedliche Blumen in der Wiese. Ein sehr trockener Ort wird eine andere Zusammensetzung an Wiesenblumen wachsen lassen, als ein eher feuchter. 

Blumenwiesen sind besonders pflegeleicht und müssen maximal zwei Mal im Jahr gemäht werden. Dadurch wird die Selbstaussaat vieler Pflanzen unterstütz und es bildet sich mit der Zeit eine große Vielzahl an Wildblumen. Das seltene Mähen stammt noch aus der früheren Form der Landwirtschaft. Ein Teil des Schnitts wurde als Futter für die Tiere verwendet, der andere Teil wurde als Dünger für den Gemüsegarten verwendet. Wenn man aufhört die Wiesen zu mähen, dann verschwinden auch die Blumen wieder. Blumenwiesen sind also auf die Pflege des Menschen angewiesen. Nur so können sich die heimischen Pflanzen für Bienen, Schmetterlinge und Co. entwickeln. 

Selbst Anlegen

 

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Blumenwiese anzulegen. 

Selbst ansähen: 
Vor dem Ansähen müssen die Flächen richtig vorbereitet werden, denn dort wo der Samen hingestreut wird, darf keine bestehende Wiese mehr sein. Unser Tipp: Eine Plastikplane zwei bis drei Monate im Sommer auf den gewünschten Rasen legen, danach kann man das abgestorbene Gras leicht entfernen. Der Rasen muss vor dem Ansähen präpariert werden, da der Samen nicht aufgeht, wenn man diesen direkt in die Wiese legt. Achtung: Verwenden Sie nur Samen von garantiert heimischen Wiesenblumen. 

Bei großen Flächen muss der Samen gestreckt werden, da man nur 4-5 Gramm pro Quadratmeter braucht. Feines Sägemehl oder Sand funktioniert sehr gut als Streckmaterial. Vor dem Streuen sollte auch noch der Boden geglättet werden, da der Samen nicht unter die Erde kommen soll. Nach dem Ausstreuen der Saat kann dann die Erde wieder etwas angedrückt werden. Nach all diesen Schritten ist jetzt Geduld angesagt und schon bald wird eine bunte Wildblumenwiese mit ganz vielen Insekten Ihren Garten verschönern und bereichern. 

Blumen setzen:
In manchen Situationen ist es für Sie eventuell praktischer und einfacher Pflanzen zu setzen.

Unser Pflanzentipp: Wiesen-Witwenblume.
Diese Art gehört zu den Knauzien und ist ganz nah mit den Skabiosen verwandt. Somit ist sie eine Spitzen-Pflanze für Insekten. Schmetterlinge legen gerne ihre Eier ab und eine gewisse Art von Wildbiene braucht die Existenz dieser Arten unbedingt, um ihre Larven zu versorgen.

Nistplatz für Wildbienen

 

 

Wildbienen sind solitär lebend und 3/4 davon legen ihre Eier in die Erde. Alle anderen sind froh über jegliche Art von Nisthilfen. In Zukunft werden auch Sie solche bauen können.  

3 Möglichkeiten an Nisthilfen: 

  • Man bohrt Löcher in einen Hartholzblock. In diese legen die Wildbienen ihre Eier, welche sich dann zu Larven entwickeln.
  • Hohle Pflanzenstängel (6-10 mm Durchmesser) können gebündelt an einem regengeschütztem Ort montiert werden. 
  • Ein abgeschnittener Brombeerstängel kann senkrecht vereinzelt hingehangen werden. Die Bienen fressen dann dort ein Loch hinein und legen ihre Eier ab.