App auf die Bühne

Neue Blickwinkel durch 5G-Campus-Netzwerke

Während eines Konzerts von der letzten Reihe aus dem Gitarristen auf die Finger sehen oder bei einem Autorennen direkt in die Fahrerkabine zoomen. Klingt futuristisch? Ist es aber nicht.

Das Start-up Smart Mobile Labs zeigt, was mit 5G alles möglich ist.

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Wir blicken in die Zukunft: Fans aus aller Welt tummeln sich am Salzburgring, wenn sich beim Electric Love Festival die Rennstrecke in eine Partylocation verwandelt. Wer mittendrin ist, ist diesmal auch tatsächlich überall dabei – selbst in den hinteren Reihen. Zu verdanken ist dieses neue Erlebnis einer App, die die reale und digitale Welt verschmelzen lässt. Der Besucher entscheidet, welche Perspektive er einnehmen will, indem er verschiedene Kameraeinstellungen auf seinem Smartphone auswählt: 

Das kann der Blick über die Schulter des DJs sein oder ein Check der Warteschlangen vor den Toiletten.

5G-Lückenfüller

Möglich macht es die 5G-Frequenz, deren Lizenzen wir für Stadt und Land Salzburg sowie für die Steiermark im Frühjahr 2019 erworben haben – ein Wettbewerbsvorteil am stark umkämpften Telekommunikationsmarkt. Künftig will man damit vor allem ländliche Gebiete mit schnellem Breitband erschließen. „Wir versorgen damit Haushalte mit 5G, wo es bisher schwierig war, mit Glasfaser oder Kabel hinzukommen“, erklärt Herbert Stranzinger, unser Verantwortlicher für 5G-Produktinnovationen.

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Bequem vernetzt

Das Internet der fünften Generation bringt aber auch für Industrie- und Gewerbekunden viele Vorteile: Maschinen und Geräte lassen sich damit steuern oder untereinander vernetzen und maßgeschneiderte Funk-Netze für Unternehmen können geschaffen werden. „Mit 5G kann ich vieles machen, was früher nicht möglich war. Autonomes Fahren ist ja nur ein Beispiel. Theoretisch lassen sich alle möglichen beweglichen Dinge mit dem Internet der fünften Generation steuern. Das können Maschinen sein, die die Waren im Supermarkt einordnen, oder Gabelstapler, die ein Lager befüllen“, sagt Stranzinger.

Auch die Erstellung von Hotspots in öffentlichen Verkehrsmitteln der Salzburg AG ist mit der 5G-Frequenz geplant. „Dadurch ermöglichen wir ein schnelles, störungsfreies Internet in unseren Obussen“, so Stranzinger. Und nicht zuletzt sollen damit verschiedene Services für Sport, Logistik oder Umwelt umgesetzt werden. Damit sind innovative, zukunftsweisende Ideen und Produkte gemeint, die sich nur mit 5G realisieren lassen – wie etwa die Übertragung von Bewegtbildern ohne Zeitverzögerung und in höchster Qualität.

Ideen mit Zukunft

Das bringt uns zurück in die Gegenwart zum Innovation Camp. Vier Start-ups haben es nach den dreitägigen Workshops in die nächste Runde geschafft. Sie überzeugten mit ihren innovativen Ideen: Wepower aus Litauen etwa will eine Handelsplattform für Ökostrom entwickeln. Private Benutzer könnten damit direkt mit Ökostromproduzenten in Verbindung treten.

Das Startup Rouster aus Bulgarien hingegen hat sich mit einem Computer in Kreditkartengröße durchgesetzt. Er wird mit einem Cloud-Dienst betrieben und ist mit vielen Geräten kompatibel. Dadurch kann der kleine Chip jederzeit und überall verwendet werden. Eine ganz andere Idee verfolgte Greenbird aus Norwegen. Das Start-up hat die Jury mit einem Betriebssystem für Smart-Energy-Services und einer Plattform für Smart Grids, Smart Cities und Industrial IoT überzeugt.

Mittendrin am Ring

Und nicht zuletzt schaffte es auch das Videotechnik-Unternehmen Smart Mobile Labs (SML) in die nächste Runde der Innovation Challenge. Nun beginnt eine viermonatige Phase, in der es darum geht, einen Prototyp bzw. eine konkrete Anwendung für uns zu entwickeln. Beim Team von SML entstand die Idee mit dem Salzburgring. „Wir haben eine eigene Software, mit der wir hochauflösende Streams von vielen Sendequellen an unendlich viele Empfänger in Echtzeit übertragen können. Das war vorher nicht möglich und schafft einen klaren Mehrwert für Zuseher bei Events wie Konzerten. Diese können selbst über ihr Smartphone oder Tablet wählen, welche Kameraeinstellung sie nutzen wollen“, erklärt Andreas Westhoff, CEO von SML, die Technik, die dahintersteckt.

Neue Services

Live-Videos vom Electric Love Festival sind nur ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten, die 5G in Zukunft bietet. Das Beispiel zeigt zudem, wie die Zusammenarbeit zwischen einem etablierten, erfahrenen Unternehmen und einem wendigen Start-up gelingen kann. Wir nutzen die innovativen Ideen dieser Firmen, um uns vom klassischen Energie- und Infrastrukturbetreiber hin zum digitalen Technologieunternehmen zu entwickeln und stellen eigenes Know-how zur Verfügung. Am Ende entstehen digitale Services und Produkte mit spürbarem Zusatznutzen für die Kunden.

Salzburg als Innovationshotspot

300 Ideengeber aus 65 Ländern bewarben sich bei der vierten Auflage unserer Innovation Challenge. Ziel dieser Kooperation mit Start-ups ist, gemeinsam zukunftsweisende Produkte zur 5G-Technologie, zu digitalen Plattformen und smarten Energielösungen zu entwickeln.

Die besten Bewerber schafften es in´s Innovation Camp, wo gemeinsam mit Experten erste Ideen für konkrete Anwendungen erstellt werden. Mit dabei war das Münchner Videotechnik-Unternehmen Smart Mobile Labs, das auf die Übertragung von Bewegtbildern in Echtzeit spezialisiert ist, was weltweit einzigartig ist.

Es folgt nun eine viermonatige Entwicklungsphase. Das Siegerteam der Innovation Challenge wird im März 2020 gekürt und erhält das Budget für die Umsetzung. 

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