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Energiegemeinschaften

  • Austausch von Strom in der Gemeinschaft
  • Einsparung der Elektrizitätsabgabe und des Ökostromförderbeitrages
  • Reduzierung der Netzentgelte

Es wird zwei Arten von Energiegemeinschaften geben, die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) und die Bürgerenergiegemeinschaft (BEG), die hier kurz erklärt werden.

Das Thema Energiegemeinschaften ist brandaktuell und wird in Gesetzesentwürfen ("Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz" (EAG) und Novelle des "Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetz" (EIWOG)) genauer behandelt, die sich derzeit in Erarbeitung befinden. 

Gründung oder Teilnahme an einer Energiegemeinschaft

Laut den vorliegenden Gesetzesentwürfen muss eine EEG / BEG als Verein, Genossenschaft, Personen- oder Kapitalgesellschaft, Eigentümergemeinschaft oder ähnliche Vereinigung mit Rechtspersönlichkeit organisiert sein und aus zwei oder mehreren Mitgliedern oder Gesellschaftern bestehen. Neben der Gründung einer entsprechenden Vereinigung mit Rechtspersönlichkeit ist somit auch ein gewisser administrativer Aufwand u.a. zum Aufsetzen eines Gründungsdokuments verbunden. Die Teilnahme bei einer Energiegemeinschaft ist offen und freiwillig, jedoch bei der EEG auf natürliche Personen, lokale Behörden und KMUs und bei der BEG auf natürliche Personen, kleine Unternehmen sowie Gebietskörperschaften beschränkt. Bei Privatunternehmen darf die Teilnahme bei der Energiegemeinschaft nicht die gewerbliche oder berufliche Haupttätigkeit sein. Der Hauptzweck der EEG / BEG liegt nicht im finanziellen Gewinn, sondern vorrangig darin, ihren Mitgliedern oder den Gebieten, in denen sie tätig ist, ökologische, wirtschaftliche oder sozialgemeinschaftliche Vorteile zu bringen.

Was ist eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG)?

In einer EEG ist es möglich, erneuerbare Energie, die von einem oder mehreren Mitgliedern der EEG erzeugt wird, in der Gemeinschaft zu verbrauchen, zu speichern und zu verkaufen. Voraussetzung dafür ist, dass sich alle Anlagen der Mitglieder im Lokal- oder Regionalbereich zueinander befinden. In unserem Beispiel besteht die EEG aus einem Mitglied mit einer eigenen Photovoltaik (PV)-Anlage, die 5 weitere Mitglieder (Einfamilienhäuser) im gleichen Niederspannungsnetz (Lokalbereich, gleiche Trafostation) in Puch mit Überschuss-Energie versorgt und auch noch einen Speicher damit belädt, welcher von der EEG betrieben wird.

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Die Nachbarn können somit den direkt erzeugten PV-Strom und den Strom aus dem Batteriespeicher zu einem vereinbarten Preis beziehen und sparen sich die Elektrizitätsabgabe und den Ökostromförderbeitrag. Die Netzentgelte sind ebenfalls reduziert, da sie nur für die benutzten Netzebenen (im konkreten Fall sind das die Ebenen 6 und 7) bezahlt werden müssen. Die Verrechnung des Sonnenstroms aus der PV-Anlage muss intern sichergestellt werden.

Was ist eine Bürgerenergiegemeinschaft (BEG)?

Im Gegensatz zur EEG ist es bei der BEG bundesweit möglich, Strom in der Gemeinschaft auszutauschen, unabhängig davon an welches öffentliche Stromnetz die Teilnehmer angeschlossen sind. So ist im folgenden Beispiel ersichtlich, dass sich Haushalte aus Salzburg und Linz an einem Energiepark bestehend aus Windkraftwerk und PV-Großanlage in Neusiedl am See über die BEG beteiligen können und den dort erzeugten Strom zeitglich konsumieren und auch speichern können. Hier fallen jedoch im Vergleich zur EEG die vollen Netzentgelte, Steuern und Abgaben an, weshalb die möglichen Einsparungen im Vergleich zur EEG wesentlich geringer ausfallen. Die Verrechnung des Stroms aus der PV- und Windkraftanlage muss auch bei der BEG intern sichergestellt werden. 

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Beratung zum Thema Energiegemeinschaft

Die Umsetzung der für die Abrechnung und Verwaltung der EEG und BEG erforderlichen Prozesse und Systeme soll 2021 erfolgen. Die Salzburg AG und ihre 100%-Tochter, die Salzburg Netz GmbH, befassen sich bereits intensiv mit dem Thema Energiegemeinschaften und arbeiten an optimalen Kundenlösungen. Wir müssen jedoch die finalen Gesetzestexte abwarten, damit alle offenen Punkte geklärt werden können. Anschließend können wir Ihnen weitere Informationen zu konkreten Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Außerdem gilt es österreichweit die IT-Systeme der Energieversorger und Netzbetreiber für die neuen Anforderungen der Energiegemeinschaften fit zu machen. Wir bitten Sie um Ihre Geduld und Ihr Verständnis. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns unter photovoltaik@salzburg-ag.at.

Weitere Informationen zum Thema Energiegemeinschaften:
http://pv-gemeinschaft.at/energiegemeinschaften/
https://www.salzburg.gv.at/themen/energie/erneuerbare-energie/energiegemeinschaften