Knapp 42 Mio. Euro Investitionen in Salzburgs ältestes Wasserkraftwerk
Das Kraftwerk Bärenwerk in Fusch an der Glocknerstraße wird modernisiert. Das hat heute, 12. Juni 2012, der Aufsichtsrat der Salzburg AG beschlossen. Aufsichtsratsvorsitzender LH-Stv. Mag. David Brenner: „Mit der 41,7 Millionen Euro-Investition bekennt sich die Salzburg AG einmal mehr zur Stromerzeugung aus heimischer Wasserkraft. Durch die Modernisierung des Kraftwerkes Bärenwerk kann saubere Wasserkraft für rd. 19.000 Haushalte für viele Jahrzehnte gesichert werden. Pro Jahr werden über 53.000 Tonnen CO2 eingespart.“
Das Fuscher Bärenwerk ging 1924 in Betrieb und ist das erste und älteste Kraftwerk des früheren Landesversorgers SAFE. Es war für die wirtschaftliche Entwicklung in Salzburg in der Zwischen- und Nachkriegszeit ausschlaggebend. Nach 88 Jahren steht nun eine umfangreiche Modernisierung an, um weiterhin sauberen Strom aus dem Wasser der Fuscher Ache zu gewinnen. Die Bauarbeiten starten Ende Juli.
Baustein für Energiewende
Mag. August Hirschbichler, Vorstandssprecher der Salzburg AG: „Das Kraftwerk Bärenwerk ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Durch die Modernisierung der Anlage können wir einen wichtigen Erzeugungsstandort für weitere Jahrzehnte sichern und die Effizienz der Anlage steigern. Gerade in Zeiten wie diesen, müssen wir alle Möglichkeiten der erneuerbaren Energieerzeugung nützen - im Einklang mit der Natur und im Dialog mit der Bevölkerung.“
Starke Impulse für die regionale Wirtschaft
Salzburg AG-Vorstand Dr. Leonhard Schitter: „Die Modernisierung des Kraftwerkes Bärenwerk ist die bisher größte Investition der Salzburg AG im Pinzgau. Rund 41,7 Millionen Euro werden in die Anlage in der 680-Einwohnergemeinde Fusch investiert.“
Mit dem Kraftwerksbau kann auch die heimische Wirtschaft gestärkt werden. Darum bemüht sich die Salzburg AG auch bei der Auftragsvergabe in Fusch. Die Vergangenheit zeigte, dass das gelingen kann und viele heimische Betriebe profitierten. So lag beispielsweise beim Kraftwerk Hollersbach im Oberpinzgau der Anteil der vergebenen Aufträge an Salzburger Betriebe bei knapp 50%. Zudem führt jeder investierte Euro zu Produktionseffekten von weiteren zwei Euro in anderen Branchen. Kraftwerksbauten führen somit ganz wesentlich zu regionaler Wertschöpfung und volkswirtschaftlich wünschenswerten Effekten.
Neuer unterirdischer Druckstollen
Die größten Maßnahmen sind der Neubau des unterirdischen Druckstollens und die neue Wehranlage. Zusätzlich werden Apparaturen und elektrische Anlagenteile erneuert, die Turbinen und Generatoren bleiben unverändert. Auch das historische Krafthaus bleibt erhalten. Da die bestehende Druckleitung und die Wasserfassung von den Baumaßnahmen nicht betroffen sind, kann während der drei Jahre Bauzeit fast durchgehend Strom produziert werden.
Nach Abschluss der Modernisierungen erhöht sich die Leistung um rd. 28% von 11,6 auf 14,96 Megawatt. Die Jahreserzeugung wird um rd. 9 Mio. kWh auf 66,3 Mio. kWh gesteigert. Damit können zu den bisher rd. 16.300 weitere 2.700 Haushalte, insgesamt also rd. 19.000 Haushalte, mit sauberem Strom versorgt werden.
Sorgsamer Umgang mit der Natur
Zusätzlich werden Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung gesetzt. Das Umfeld des bestehenden Speichersees wird noch besser in den Naturraum integriert und neue Flachwasserzonen werden gestaltet. Zusätzliche Biotoplandschaften werden im Rahmen des Projektes angelegt und durch den Rückbau der alten Druckrohrleitung stehen der örtlichen Landwirtschaft neue Weideflächen zur Verfügung.
Technische Daten Kraftwerk Bärenwerk
Betreiber: Salzburg AG
Kraftwerkstype: Tagesspeicherkraftwerk
Inbetriebnahme: 1924
Engpassleistung: 14.960 statt bisher 11.600 kW (+ 28%)
Jahreserzeugung: 66,3 statt bisher 56,9 Mio. kWh (+ 17%)
Turbinen: 2 Freistrahlturbinen mit horizontaler Welle
1 Freistrahlzwillingsturbine mit horizontaler Welle
Speicher: Tagesspeicher Ferleiten
Bruttofallhöhe: 290 m
Ausbaudurchfluss: 6,45 m³/s statt bisher 5,35 m³/s


