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Was ist los mit den Energiepreisen?

Was ist los mit den Energiepreisen?

Energiepreise
Die Börsenkurse der Energiepreise schwankten 2008 extrem

03. November 2008 - Die Energiepreise, insbesondere die Öl- und Erdgaspreise haben im Jahr 2008 eine bisher nie dagewesene Rallye nach oben und nach unten durchgemacht. Das Preisniveau für die Mineralölpreise für Deutschland und Mitteleuropa wird auf dem Rohölmarkt in Rotterdam maßgeblich bestimmt. Die Rohölpreise in dieser Form sind Börsenpreise und unterliegen stündlichen Veränderungen. Die Kurse werden stark durch spekulative Optionskäufe bestimmt. Daneben erfolgt auch eine äußerst spontane Reaktion auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Ereignisse, insbesondere, wenn dabei die OPEC-Länder oder die großen Ölverbrauchsländer wie USA und China betroffen sind. Mitte Jänner waren die Rohölpreise bei 85 USD pro Barrel, sind dann bis Mitte Juli auf 146 USD pro Barrel gestiegen und liegen heute unter der Hälfte des Höchstwertes bei 70 Dollar pro Barrel. Es ist anzunehmen, dass die Preisentwicklungen in der nächsten Zeit weiterhin durchaus turbulent sein werden.

Die Erdgaspreise sind vorrangig an den Rohölpreis gekoppelt und reagieren mit einer Zeitverzögerung von vier bis sechs Monaten auf die Entwicklung der Rohölmärkte. Kurzfristige Schwankungen wirken sich hier nicht so extrem aus. Rezessionssorgen und ein allfälliger Nachfragerückgang werden die weitere Entwicklung wesentlich beeinflussen.

An der Strombörse, der EEX in Leipzig, ist eine durchaus ähnliche Entwicklung, allerdings nicht mit so starken Schwankungen, zu beobachten. Wurde ein Jahresband (Base-Load-Year-Future 2009) Mitte Jänner 2008 noch um rund 60 Euro pro Megawattstunde (Euro/MWh) gehandelt, so stieg dies bis Mitte Juli 2008 auf 90 Euro/MWh und liegt Ende Oktober bei rund 70 Euro/MWh. Die Entwicklung bei der Spitzenlast (Peak-Load-Year-Future 2009) war ähnlich: Mitte Jänner 2008 bei 85 Euro/MWh, Mitte Juli bei knapp über Euro 125/MWh und Ende Oktober bei rund 100 Euro/MWh. Es zeigt sich - der Zeitpunkt der Beschaffung ist sehr entscheidend für den Energiepreis.

Gerade der Einfluss der Spekulanten auf die Börsenlandschaft und damit direkt oder indirekt auch auf die Strombörsen, haben es im Jahr 2008 äußerst schwer - wenn nicht beinahe unmöglich - gemacht aus fundamentalen Wirtschaftsdaten eine reale Preisentwicklung abzuleiten. Der lang angewendete Grundsatz „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“ hat in diesen hochspekulativen Phasen nur bedingt Gültigkeit.