Was sind Smart Grids*?
- Smart Grids sind die Netze der Zukunft: intelligente Energienetze, die alle Teilnehmer des Energiesystems miteinander verbinden. Dabei wird Datenaustausch und Energietransport in beide Richtungen möglich, nicht wie bisher nur in eine (Einbahn -> Gegenverkehr).
- Die zukünftigen Energienetze sind mit dem Internet vergleichbar: Stromkonsumenten („Consumer“) wachsen mit Stromproduzenten („Producers“) zusammen zum Kunden von morgen, dem „Prosumer“: sie werden aktiver, steuern ihre Nachfrage, erzeugen selbst Energie, speisen diese ins Netz ein und benötigen zu anderen Zeiten Strom aus dem Netz (Internetisierung der Stromnetze, vergleichbar Web 2.0).
- Smart Grid bedeutet eine Weiterentwicklung (Evolution) und ganzheitliche Organisation der bestehenden Stromnetze: zentrale Elemente bilden das Rückgrat, dezentrale Elemente erlauben Flexibilität. Zu den Stromleitungen kommen Datenverbindungen, die alle Akteure miteinander vernetzen. Ziel ist es, Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen und das Netz stabiler und effizienter zu machen.
Das Stromnetz gestern
Früher wurde Energie hauptsächlich in zentralen Großkraftwerken erzeugt und über das Stromnetz an Verbraucher geliefert. Die Speichermöglichkeiten für überschüssige Energie waren gering, so dass Erzeugung und Verbrauch immer im Gleichgewicht sein mussten.
Das Stromnetz heute
Heute gibt es zunehmend auch kleine, räumlich verteilte Erzeugungsanlagen wie Fotovoltaikanlagen und Biomasse- oder Kleinwasserkraftwerke, die ins Stromnetz einspeisen. Der Verbraucher erhält Strom von verschiedenen Energielieferanten, der Netzbetreiber ist für den Transport der Energie verantwortlich. Der Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch, aber auch die Erhaltung der Versorgungssicherheit und -qualität wird zunehmend zur Herausforderung.
Das Stromnetz morgen
Im Stromnetz von morgen steigt die Anzahl der Akteure weiter. Es gibt immer mehr verteilte Erzeugungsanlagen. Kunden können selbst zum Erzeuger werden, wenn sie überschüssigen Strom über das Netz anbieten. Der Strom fließt je nach Angebot einmal in diese und dann in die andere Richtung. Neue Speicherformen (z.B. Akkus in parkenden Elektroautos) gleichen Erzeugungs- und Verbrauchsspitzen aus und helfen den Einsatz erneuerbarer Energie zu optimieren. Morgen können die Verbraucher durch eine intelligente Zählertechnik (Smart Metering) ihr Verbrauchsverhalten aktiv steuern. Damit ein derart komplexes Zusammenspiel funktioniert, brauchen wir eine moderne Infrastruktur und neue Technologien im Stromnetz.
* (engl.) intelligente Netze

- Smart Grid - das intelligente Stromnetz der Salzburg AG



